Mein langer Weg zum „Supergau(ck)“

 

 Ich war ein halbwegs erfolgreicher Leistungssportler und ein ziemlich angesehener Fernsehreporter. Als ich schließlich öffentlich als IM der Stasi enttarnt wurde, stürzte ich in tiefe Depressionen.

Nichts half mir danach. Bis ich zu schreiben begann.

Ich hatte schon immer, mein Leben lang,  in meinem Tagebuch detailfreudig Innenansichten notiert. Hatte geschrieben von dem Hunger in den ersten Nachkriegsjahren, vom  Halleschen Studentenleben in den bewegten 60ern,  vom gnadenlosen Leistungstraining im Zehnkampf-Nationalkader, vom Konkurrenzkampf zwischen den DDR-Sportreportern, von den Wende-Turbulenzen in den Adlershofer Fernsehredaktionen, von den Freuden als Felskletterer in der Sächsischen Schweiz, von der allseitigen Anerkennung als „Macher“ der MDR- BIWAK-Sendung und schließlich von den angstgeschüttelten Jahren als unentdeckter IM.

All das fasste ich jetzt zusammen in meinem „Supergau(ck)“, und überraschenderweise wurde diese Autobiografie  am Ende ein beinahe einmaliges DDR-Zeitzeugnis.

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Ich schonte mich nicht in meinen Aufzeichnungen, ich gab zu, was leider zuzugeben ist, ich begegnete bewusst der Versuchung, mich  vom Täter zum Opfer zu stilisieren. Dennoch, die Härte des sozialen Absturzes durch die öffentliche, medienweite Enttarnung hielt  ich, halte ich für Inquisition. Und ich laste dies dem „ Mann mit der grausam sanften Stimme“ an,  unserem heutigen Präsidenten.

Joachim Gauck ist für mich der Typ des Schreibtischtäters. Er hat  neben all dem, was durchaus richtig und notwendig war, so viel Kollateralschaden in Kauf genommen, hat so viele Existenzen vernichtete, auch von solchen, die häufig wenig oder manchmal  gar nichts Böses getan hatten, dass ich es einfach nicht ertragen konnte und kann, wenn ihm heute alle Welt zujubelt.

Dieser Frust war der letzte Anstoß dafür, das Buch auch  herauszugeben. Es ist ein „Anti-Gauck-Buch“ geworden, obwohl erst in den letzten fünfzig Seiten von dem Pastor  die Rede ist.

  

 

 

„Mein langer Weg zum Supergau(ck)“, epubli, 320 Seiten, 8,90€

ISBN 978-3-8442-3210-3. (auch als e-book erhältlich)

 

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